Angrillen mit den „Heimatmachern“ auf der Goldbergalm
Landratsamt Dillingen a.d.DonauHandwerk und Landwirtschaft sind unsere Zukunfts- und Heimatmacher. Das war die zentrale Botschaft von Landrat Markus Müller beim Angrillen auf der Goldbergalm in Lutzingen. Beim gemeinsamen Dialog zwischen Politik, der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Handwerk wurden insbesondere regionale Zukunftsansätze für die jeweiligen Branchen diskutiert und klare Erwartungen an die Politik zum Ausdruck gebracht. Für die Veranstaltung, die zum vierten Mal in Folge stattfand, bot die Goldbergalm den passenden Rahmen, da die Gaststätte mit ihrer regionalen Küche die enge Verbundenheit zur heimischen Landwirtschaft lebt. Die Veranstaltung fügt sich damit nahtlos in das Konzept ein, regionale Wertschöpfung erlebbar zu machen - vom Erzeuger bis zum fertigen Produkt auf dem Teller.
Landrat Markus Müller betonte in seiner Ansprache die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Handwerk sowie Land- und Forstwirtschaft. Er verwies exemplarisch auf die erfolgreichen, gemeinsamen Projekte zur Fachkräftesicherung wie den „Entdeckerbus“ oder die Berufsinformationsmesse „Fit for Job“, die jungen Menschen eindrucksvoll berufliche Perspektiven in der Region aufzeigten. Trotz angespannter Haushaltslage in der kommunalen Familie sei es wichtig, weiterhin gemeinsam an der positiven Entwicklung der Region zu arbeiten.
Kreishandwerksmeister Werner Luther betonte die große Beteiligung der Innungen als starkes Zeichen für Zusammenhalt und die Bedeutung des politischen Dialogs. Kritisch merkte er an, dass viele angekündigte Maßnahmen aus Berlin nicht umgesetzt worden seien und in den Betrieben nicht ankämen. Eine Entlastungsprämie zulasten der Unternehmen sei das völlig falsche Signal. „Der Politik scheint nicht klar zu sein, wie schwierig die Lage der kleinen und mittleren Unternehmen tatsächlich ist“, so Luther. Umso wichtiger sei es, dass den Worten nun auch Taten folgten: „Besonders wichtig sind Investitionen in Wohnungsbau und Infrastruktur.“ Zudem forderte Luther die Stärkung der beruflichen Bildung: Berufsschulstandorte müssten erhalten bleiben, Verlagerungen von Sprengeln seien ein falsches Signal für den ländlichen Raum. Kurze Wege zu modernen Bildungsstätten seien entscheidend für die Zukunft der Jugend. Abschließend erneuerte er die Forderung nach spürbarer Entlastung durch weniger Bürokratie und schnellere Verfahren, damit Betriebe ihre Leistungsfähigkeit voll entfalten könnten.
Auch Kreisbäuerin und Agenda21-Beauftragte Annett Jung warb für die Stärkung der regionalen Strukturen. „Wir Landwirte gestalten unsere Heimat! Gerade im Frühjahr können die Bürger unseren Früchten des Feldes buchstäblich beim Wachsen zusehen. Wir Landwirte sorgen damit für Ernährung und Energie“, informierte Jung. Dabei betonte die Kreisbäuerin, dass die Wertschöpfung der Landwirte und Lebensmittelproduzenten eine hohe Lebensqualität in der Region und für die Region garantiere. „Bewusstsein für diese Kreisläufe und Vernetzung zwischen Landwirtschaft, Handwerk und den Behörden sind der Grund für unser Format "Angrillen". Austausch und Miteinander, Verständnis und Werbung für eine starke Region! Das ist unser Anliegen als Heimatmacher“, so Jung weiter.
„Der Mittelstand ist eine der tragenden Säulen für das Gemeinwohl in unserem Landkreis“, waren sich Müller, Jung und Luther einig. Sie dankten neben der Gastwirtsfamilie Klinger allen Beteiligten für ihr Engagement und die gelungene Organisation der Veranstaltung. „Eine Plattform für den Austausch und die Vernetzung ist wichtig, um gemeinsam Perspektiven für die Region zu entwickeln“, so die einhellige Meinung der Veranstalter.





